Archive for Oktober, 2008

1500 Marderhunde sind an Nierensteinen erkrankt und gestorben. Der Grund: Melamin im Futter. Derselbe Stoff war auch Auslöser des Milchskandals in China. 94.000 Kinder sind durch verseuchte Milchprodukte erkrankt.

Melamin-verseuchtes Futter hat im Nordosten Chinas rund 1.500 Hunde getötet. Die Marderhunde, die in Ostasien wegen ihres Fells gezüchtet werden, hätten Nierensteine bekommen, erklärte der Veterinär Zhang Wenkui von der Universität Shenyang am Montag. Alle Hunde stammten aus einem einzigen Dorf.

Todesfälle innerhalb von zwei Monaten.
Zhang untersuchte die Tiere nach deren Tod. Er äußerte sich nicht dazu, wann die Marderhunde, die in ihrer Gestalt eher Mardern als Hunden ähneln, verendeten. Die Zeitung “Southern Metropolis Daily” berichtete, die Todesfälle seien in den vergangenen zwei Monaten registriert worden.

Tausende Babys erkrankt.
Melamin war zuvor in Babynahrung aufgetaucht und hat mindestens vier Säuglinge das Leben gekostet. Rund 94.000 Kinder erlitten Nierenerkrankungen, zumeist entwickelten sich Nierensteine. Die chinesischen Behörden haben Milchlieferanten vorgeworfen, mit Wasser gestreckte Milch mit Melamin angereichert zu haben, um ihre Profitmarge zu erhöhen.

Verseuchtes Futter in den USA.
Im vergangenen Jahr war mit Melamin verseuchtes Tierfutter in
Nordamerika aufgetaucht. Dutzende Hunde und Katzen sollen daran gestorben sein.
Quelle

Melamin: Vom Flammschutzmittel zur Babymilch


Betrüger nutzten Melamin zur Vortäuschung von Proteingehalt.

Mindestens drei Kinder sind in China durch verseuchtes Milchpulver ums Leben gekommen, mehr als 6.200 sind erkrankt. Schuld daran sind Milchpulver zur Herstellung von Babynahrung, die mit der gefährlichen Chemikalie Melamin versetzt waren. Bisher wurde die Substanz in Produkten von 22 chinesischen Herstellern gefunden. Hier die wichtigsten Fakten zu Melamin:

Nutzen.
Melamin ist eine stickstoffreiche organische Chemikalie, die sehr hitze-, feuer- und lichtbeständig ist. Durch chemische Umwandlung kann sie zu Kunstharzen verarbeitet werden, die vor allem in Klebstoffen, zur Herstellung von Plastikgegenständen und in Flammschutzmitteln verwendet werden. Wegen seines hohen Stickstoffgehalts kommt Melamin zudem bei der Herstellung von Düngemitteln zum Einsatz.

Missbrauch.
Durch Messen des Stickstoffgehalts lässt sich der Proteingehalt von Nahrungsmitteln bestimmen. Durch das betrügerische Beimengen von stickstoffreichem Melamin lässt sich daher ein höherer Proteingehalt vortäuschen. Berichten westlicher Medien zufolge gibt es in China einen riesigen schwarzen Markt für Melamin. Betrüger täuschen damit den Berichten zufolge unter anderem einen hohen Eiweißgehalt bei Tiernahrung vor.

Gefahr.
Melamin ist in Nahrungsmitteln verboten. Beim Verzehr ist es zwar nicht unmittelbar hochgiftig. Es kann jedoch die Bildung von Nieren- und Blasensteinen bewirken, da es in Verbindung mit anderen Chemikalien Kristalle bildet. Die meisten der in China erkrankten Babys hatten drei bis sechs Monate lang vergiftete Babymilch getrunken. Die drei toten Säuglinge starben an Nierenversagen.

Schlagzeilen.
Im vergangenen Jahr wurden in China hergestellte, mit Melamin versetzte Nahrungsmittelzusätze in Haustierfutter für den Tod mehrerer Hunde und Katzen in den USA verantwortlich gemacht. Mehrere Tierfutterprodukte wurden zurückgerufen.
Quelle

Ein tödliches Gesetz der Serie


Das Milchpulver des Herstellers Sanlu ist nur eines von vielen Produkten aus China, die Menschen das Leben gekostet haben. Produktsicherheit ist dort ein Fremdwort.

Zwei weitere Verhaftungen gab es gestern in China im Zusammenhang mit dem Skandal um das vergiftete Milchpulver des Herstellers Sanlu, das zwei Babys das Leben gekostet hat. Wie berichtet, war das Nahrungsmittel mit Melamin versetzt worden. Der Proteingehalt sollte auf die Art erhöht werden.

Zahl der Geschädigten.
Die Kleinkinder, die dieses Experiment nicht überlebt haben, sind nicht die einzigen Opfer: nach amtlichen Angaben erkrankten 1253 weitere an Nierensteinen. 50 Säuglinge sind in kritischem Zustand. Sanlu hatte das Milchpulver nicht selbst produziert. Angeblich wusste der Hersteller, der in China ein Fünftel des Marktsegments beherrscht, aber von Problemen mit dem Produkt. Zurückgerufen wird es aber erst seit der vorigen Woche. Die Zahl der Geschädigten dürfte deutlich höher sein, als bislang bekannt.

Nicht der einzige Skandal.
Chinesische Produkte betreffend ist dieser Skandal aber bei weitem nicht der einzige. Vor allem in Zusammenhang mit Spielzeug macht das Reich der Mitte häufig negative Schlagzeilen.So gab es Ende des Vorjahres weltweite Rückrufaktionen, weil sich Kunststoff-Perlen als giftig entpuppt hatten. Mehrere Kinder hatten sie verschluckt und waren dann erkrankt. Wenige Wochen davor hatte ein US-Hersteller Gehschulen aus chinesischer Produktion zurückgerufen. Ein herabhängendes Band hatte zum Tod eines Kleinkindes geführt.Auch der US-Konzern Mattel musste im Vorjahr Spielwaren aus chinesischer Produktion zurückrufen. Wenig später nahm Mattel aber die Schuld auf sich: Nur 13 Prozent der rund 21 Millionen zurückgerufenen Produkte hätten Blei enthalten, der Rest sei wegen des Designs für Kinder gefährlich gewesen.

Frostschutz in Zahnpasta.
Für Kinder wie auch für Erwachsene riskant war das Zähneputzen mit Zahnpasta aus China, die ein Frostschutzmittel enthielt. Eiskalt war die Paste unter anderem an eine US-Hotelkette geliefert worden. Ein niederländisches Unternehmen musste im vorvergangenen Sommer Matratzen aus chinesischer Produktion zurück rufen. Sie waren mit einem Insektizid besprüht worden. Die Holzverpackung sollte so vor Schädlingen geschützt werden.

Wirtschaftliche Schäden.
Ein US-Schuhhändler musste Stiefel, die aus China erzeugt worden waren, wegen der Stromschlaggefahr, gegen die deren Stahlkappen nicht geschützt waren, zurück nehmen. Nicht nur gesundheitliche, auch wirtschaftliche Schäden entstehen immer wieder durch die mangelnde Produktsicherheit chinesischer Produkte, der die EU beispielsweise mit strengeren Vorschriften für Händler, Hersteller und Importeure beikommen will. In China selbst sorgt man sich wegen anderer Sorgen. Etwa ob der Gesundheitsgefahr, die von einigen Fanta- und Pringles-Sorten ausgehe.
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BERN. Ein Verbot des Handels mit Katzenfellen rückt näher. Der Ständerat hat oppositionslos eine Motion aus dem Nationalrat überwiesen. Auch der Bundesrat hatte sich bereits für ein Verbot ausgesprochen.

Mit der letzten Revision des Tierschutzgesetzes hat das Parlament bereits die Einfuhr von Katzenfellen verboten. Die von Nationalrat Luc Barthassat (CVP/GE) eingereichte Motion will nun – im Gleichzug mit der EU – auch ein Verbot von Handel und Ausfuhr erreichen.

Nachziehen
Anfang 2009 tritt in der EU eine Verordnung in Kraft, die unter den Mitgliedstaaten den Import, das Inverkehrbringen und den Export von Katzen- und Hundefellen verbietet. Der Ständerat teilt die Meinung, dass die Schweiz nachziehen muss, damit sie nicht zur Drehscheibe für Produktion und Handel wird.

Dabei sollte auch die Prüfung eines Verbot von Handel mit Hundefellen miteinbezogen werden. Die Schweizer Regelung sollte möglichst nah an jener der EU sein.

Falsche Deklaration
Tierschützerinnen und Tierschützer beanstanden seit Jahren, dass Katzen und Hunde wegen ihres Fells grausam getötet werden. Die vorab aus China, Ostsibirien und Thailand stammenden Haustierfelle gelten als Mittel gegen Rheuma oder werden mit falscher Deklaration für Kleider gebraucht.

120′000 Unterschriften
Unterstützt wird die Motion von einer Petition der in Noiraigue NE domizilierten Tierschutzorganisation SOS Chats. Die Eingabe an Bundesrat und Parlament wurde am 6. März mit fast 120′000 Unterschriften eingereicht, die nach Auskunft der Organisation innert sechs Monaten gesammelt wurden.
(sda)

Quelle

Petition

gegen Tierfellhandel